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Die Flohschachtel

Juli 2021

Andere Zeiten andere Bräuche. Oder des Sonnenkönigs Schattenseiten. Davon erfahren habe ich im Italienischunterricht. Meine Lehrerin hat einen Wunsch: Durch Versailles Gärten und Säle flanieren, gekleidet wie einst Marie-Antoinette. In Schichten feinster wallender Stoffe. Aber damit hat es sich auch schon. Die Schattenseiten will niemand wiederaufleben lassen. Ist das reinste Gruselkabinett. Puder und Parfum statt Seife und Wasser, Stöckelschuhe damit man nicht in die Scheisse tritt.

Die Geschichte von der «scatola delle pulci», der Flohschachtel, gefällt mir. Kann man ausschmücken, Fantasie reinstecken, quasi modernisieren. Die Geschichte von der Flohschachtel, so etwas wie der Mausefalle von Versailles, geht so: Wenn der König umgeben von seinem Gefolge Hof hielt, war das auch ein Vergnügen für die Flöhe. Sie tanzten von Rockfalte zu Rockfalte, flogen von Perücke zu Perücke, und manch ein behandschuhter Finger oder eine beringte Hand versuchte das Ungeziefer aus einer Puderfalte zu klauben. Gelang das, wurde der Floh in ein Kästchen gesperrt, welches eigens für diesen Zweck in der Rocktasche mitgeführt wurde. Was danach mit den Biestern geschah, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch, weshalb sie nicht einfach zerquetscht wurden.

Allein die Idee, eine Schatulle, ein Böxchen oder Schächtelchen mitzuführen, in welches ich alles Unliebsame, das mir tagsüber begegnet, einsperren kann, gefällt mir. Ein hübsches Blechdöschen mit emailliertem Deckel, gut isoliert und immer griffbereit im Hosensack, in der Handtasche oder auch nur imaginär in meinem Kopf. Bei Sturmwarnung halte ich es dann in den Wind, damit er all das Unliebsame davonträgt.

Und habt Ihr nun einen Floh im Ohr, geht und kauft die Schachtel dazu.

herzlichst
barbara esther

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Black-out

Juni 2021

Ich kann das. Passwörter behalten. Zahlen, Buchstaben, Kombinationen. Verschiedene, versteht sich. Für jede Karte, für jeden Account und jedes Konto ein anderes. Ohne aufzuschreiben. Wird etwas geklaut oder gehackt, ist das Schadensbegrenzung. Datensicherheit nennt man das. Seit Jahren rufe ich eine Seite auf, gebe das Passwort ein und Sesam öffnet sich. Kürzlich wollte ich rasch eine Zahlung machen. Bank.ch, login und nichts passiert. Statt Automatismus Synapsengau in meinem Hirn. Rien ne vas plus. Black-out. Nach dem zweiten ungültigen Versuch höre ich auf. Beim dritten wird gesperrt, dann fängt die Verwaltungsmaschinerie an. Stattdessen wühle ich mich durch Schubladen und Papierstapel. Unwahrscheinlichen zwar, aber vielleicht habe ich dennoch irgendwann, irgendwo ein Passwort aufgeschrieben. Nach minutenlangem Blättern, fällt der Groschen, schliesst die Synapse: «blablabla tamtata», natürlich, das ist die Kombination für die Bank. Fünf Minuten später ist die Zahlung getätigt.

Ein paar Tage später, nach monatelangem Homeoffice, sitze ich an meinem Arbeitsplatz. Kurzer Selbsttest: E-Mailzugriff über Internet. E-Mail-Adresse eingeben, dann Kennwort und nichts passiert. Statt Automatismus Synapsengau in meinem Hirn. Rien ne vas plus. Black-out. Über Passwort vergessen, verlange ich ein neues. Zu Hause im Outlook erhalte ich den Zugriff und gebe ein neues Passwort ein. Nun funktioniert das Outlook nicht mehr. Bis ich in den Kontoeinstellungen des Outlook das Passwort ebenfalls ändere.

Was, wenn das wieder passiert? Angenommen ich verliere die Kreditkarte und vertippe ich mich im Dusel dreimal beim Code der Maestrokarte. Ich vergesse den Handycode um die Bank zu kontaktieren, und die Internetseite der Bank lässt sich wegen einer Computerpanne nicht öffnen. Es ist Freitagabend, ich habe noch nicht eingekauft und ein Nachcorona-Wochenende mit 1000 Möglichkeiten liegt vor mir. Und ich ohne Geld.

Ich kann das vielleicht doch nicht. Passwörter behalten. Ich schreibe sie nun auf. Ich verstecke sie an einem sicheren Ort. Ein Versteck behalten ist leichter als alle Passwörter.

herzlichst
barbara esther

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crescendo

Mai 2021

Mit Musik kann ich nicht so gut. Beim Vorsingen in der Schule gabs erst Tränen, und dann eine 4. Meine Gspänli mögen sich erinnern, ich lieber nicht. Es hat mich geprägt. Heute denke ich manchmal, vielleicht lerne ich doch noch einmal singen. Ganz allein bei einer Operndiva im Ruhestand. Denn die Zeiten mit der Pfadi am Lagerfeuer lassen mich melancholisch werden. «Wir lagen vor Madagaskar…» oder «an den Ufern des Mexico Rivers» und hatten «Wind in den Haaren» während die Affen Kokosnüsse klauten. Im dämmrigen Licht des knisternden Feuers sah niemand so genau, ob ich mitsang. «Musik ist Balsam fürs Gehirn», sagt der deutsche Neuropsychologe Lutz Jäncke. Habe ich neulich im Radio gehört, als ich aus der Dusche stieg. Unter der Dusche habe ich nicht gesungen, bin gar nicht auf die Idee gekommen. Vielleicht wenn ich einmal singen kann… Manchmal aber verlangt auch mein Gehirn – oder eher meine Seele nach Musik. So richtig schöner, die Gänsehaut macht, und Flügel wachsen lässt. Solche wie Solveigs Lied aus Edvard Griegs «Peer Gynt» oder das «Addio del passato» aus Giuseppe Verdis «La Traviata». Verdi steht da ganz oben auf der Liste. Aber auch die Lieder von Lluis Sintes, Bariton aus Mahon. Seine CD habe ich aufs Geratewohl wegen des schönen Umschlags auf Menorca gekauft. Heute ist sie Sehnsuchtsmusik. Musik berührt, begleitet, verstärkt. Jeder Film wird erst mit dem richtigen Ton zum unvergesslichen Erlebnis. Wenn sich die grossen Jachten der Vendée Globe auf youtube durch den sturmgepeitschten Ozean pflügen, drehe ich die Lautstärke an den Anschlag. «Two Steps From Hell» brettern mit über die Wellen. Der Titel «for the win» ist Programm. Und wenn dich dein Liebster/deine Liebste mit solchen Klängen zum Orgasmus trägt, heisst es mit Fredy Mercury – auch so ein Gänsehautproduzent – «made in haeven». Ich glaube ich sollte öfters Musik hören, ganz gleich, ob sie dem Gehirn oder der Seele guttut.

PS: auf www.passiontextundfoto.ch/foto hat es neue Bilder. Schaut sie euch an und lasst dazu eure Lieblingsmusik im Kopfkino erklingen.

herzlichst
barbara esther

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Vakuum

April 2021

Letze Woche ist es mir tatsächlich passiert. Ich wollte jemandem die Hand geben. Ein Kollege stellt mir seinen Freund vor. Spontan strecke ich die Rechte aus, um sie gleich darauf schuldbewusst zurückzuziehen und zu stammeln: «soll auch so gelten». Man hat sich daran gewöhnt, ans Nichtberühren, steht stattdessen unbeholfen da oder schubst sich mit dem Ellbogen. «Fühle dich umarmt», sag ich manchmal. Ich bin ja froh nicht mehr creti und pleti mit Luftküsschen umhüllen zu müssen und wildfremden Menschen die Hand zu geben. Ich bin da eher menschenscheu und seit dem homebeing und couchentertainment – gibt es dafür nicht auch deutsche Wörter? Klar doch – also, seit dem Daheimsein und der Sofaunterhaltung noch mehr. Neulich habe ich trotzdem eine alte Freundin besucht. Alt, im Sinn von wir kennen uns seit Jugendtagen. Seit damals, als wir unbeschwert kifften und gigelten und Hand in Hand durch die Gassen flanierten. Seitdem sind wir einander im Herzen verbunden, auch wenn wir einander nicht mehr allzu oft sehen. Als wir uns voneinander verabschieden, steht sie mit hängenden Armen neben mir, während ich das Auto aufschliesse. Dann sagt sie in die Dunkelheit des Frühfrühlingsabends: «Wenn die Zeit gekommen ist, und wir uns wieder umarmen dürfen, wird das eine lange Umarmung. Wir haben viel nachzuholen.» Ich steige ins Auto, berührt und etwas wehmütig, und hänge auf dem Heimweg meinen Gedanken nach. Wie lange habe ich meine liebsten Freundinnen nicht umarmt? Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich sie ganz fest drücken.

Übrigens, Apéros draussen sind erlaubt, Einladungen dazu sind auf www.passiontextundfoto.ch/angebot zu haben.

herzlichst
barbara esther

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eine Mütze in Biel

März 2021

Etwas mehr als ein Jahr ist es her. Wir nahmen ihn mit dem Auto mit nach Biel, wo er auf den Zug nach Hause umstieg. Im Oberland hatten wir das Fest einer gemeinsamen Freundin besucht. Die Mitfahrgelegenheit ergab sich zufällig. Wir kannten uns nicht. Es war Winter und als ich aus dem Auto stieg, fiel mein Blick auf eine schwarze Wollmütze auf dem Rücksitz. Sein Zug war längst abgefahren, die Mütze liegengelassen, zurückgelassen. Ich musste bei der Freundin nach seiner Nummer fragen und wollte ihm die Mütze nachsenden. Er wollte nicht. Er werde sie abholen. Monate später fällt mir die Mütze wieder in die Hände. Sie liegt unter einem Stapel Kleider in der Garderobe. Wohin damit? Kurze SMS: «Soll ich sie doch schicken?» Kurze Antwort: «Ich werde sie holen». Kurz darauf kommt die Freundin bei uns vorbei, erwähnt nebenbei, dass sie ihn bald sehen werde. Ob er seine Mütze wieder habe, oder ob sie sie ihm bringen soll. «Frag ihn», sag ich, glaubte aber nicht, dass sie sie ihm bringen soll. Und sie soll nicht.

Die Mütze liegt noch heute unter einem Stapel Kleider in der Garderobe. Ich werde nicht mehr fragen. Sie ist zum Symbol geworden. Ich kenne die Motivation seines Trägers nicht. Hat er in Biel eine Rechnung offen, einen Wunsch frei, will er Geduld lernen, einen Gedanken reifen, ein Projekt wachsen lassen? Hat er einfach Vertrauen in die Zukunft, dass Biel für ihn etwas bereithält? Will er das süsse Gefühl der Vorfreude auskosten, den Moment hinauszögern? Was, wenn die Mütze wieder auf dem Kopf und der Tag in Biel ein ganz normaler war? Vielleicht aber wird der Besuch in Biel, der Blick über den See, das Glas Wein im Rebberg oder der Gang durch die Altstadt zum Anfang von etwas Neuem, einer Idee, einem Lebensgefühl, einer Begegnung.

Wie sangen einst die Dietrich und später die Knef: «Ich hab noch einen Koffer in Berlin … Der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn.» Und das wird mit der Mütze auch so sein.

herzlichst        
barbara esther        

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Vollbrand

Februar 2021

«Jeder Mensch sollte etwas haben, wofür er brennt», sagt mir neulich eine Freundin. In der Tretmühle des Alltags hat, die an sich pyromanisch veranlagte, die Zündhölzer verloren. Von Dunkelheit und Kälte umgeben, wächst der Traum vom Feuer. Brennen ist Freude, Begeisterung, Lust. Brennen bewegt die Seele, berührt das Herz, kanalisiert die Sinne. Wer brennt, sehnt, leidet, geniesst. Wer brennt, lebt.

Zur gleichen Zeit sitze ich mit Tunnelblick am Bildschirm, begierig auf das nächste Update. Seit über 90 Tagen bin ich unterwegs, im Atlantik, im Südpolarmeer, im Pazifik. Ich studiere Wetterkarten, Gezeiten, Meeresströme, ich höre die See donnern, den Wind pfeifen, die Herzen klopfen. Die Vendée Globe ist im Gang. Alle vier Jahre starten in Las Sables-d’Olonne, in der Bretagne, ein paar wenige Dutzend Seglerinnen und Segler Einhand um die Welt. Nicht um das Meer, viel mehr, um sich selbst zu bezwingen. Um zwischen Sport und Abenteuer in den unberechenbaren Ozeanen Grenzen zu überwinden und sich selbst zu entdecken. Erlebnisse, die man nicht teilen, nur mitteilen kann. Mitteilungen als Brandbeschleuniger, wenn sie auf verwandtes Feuer treffen. Und plötzlich sehe ich die Wellenkämme schäumen, der Wind macht mich bang, das Schiff stampft. Erinnern, wie Glück sich anfühlt. Nicht, dass ich Einhand um die Welt segeln möchte oder könnte. Was den Teilnehmenden die Vendée Globe, ist mir die Passage von Saint-Malo nach Alderney oder von Sardinien nach Korfu, und auch das nicht allein, sondern mindestens zu viert. Und doch werden die Tränen des Seglers, der nach 90 Tagen wieder Land sieht, zu meinen. Emotionen mitten ins Herz, Vollbrand eben.

Brennen hilft auch in diesen Monaten von vermehrter Heimzeit und Alleinsein. Wer brennt, hat eine Zukunft. Wenn der letzte Segler im Ziel sein wird, und ich darauf warte, dass mein Schiff ablegt, schüre ich meine anderen Feuer, brenne ich für das perfekte Bild, den richtigen Text. Und ich hoffe, dass meine Freundin die Zündhölzer wiedergefunden hat.

Übrigens stehen spezielle Zündholzbriefchen im Angebot meiner Website.

herzlichst        
barbara esther        

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Kleine Intimitäten

Januar 2021

Wie halten sich Frauen wie ich, die weder Kälte, Schnee noch Skis etwas abgewinnen können, bei Laune? Sie sitzen vor dem Kaminfeuer, Katze auf dem Schoss, ein Glas Rotwein in der Hand und suchen den Sinn des Lebens, sie lümmeln sich auf dem Sofa und schauen zum gefühlt tausendsten Mal «dirty dancing» oder sie liegen unter der Decke und arbeiten die zwei Meter Bücher neben dem Bett ab. Spätestens wenn die Fingernägel, beim Versuch den Reissverschluss der Jeans zu zuziehen, brechen, reichts. Raus aus dem Haus, ausnutzen, was in Zeiten von Corona machbar ist. Fussmarsch in die Stadt, Spaziergang am See, Abstecher in Büro. Die Welt ausserhalb meiner Wohnung existiert noch. Im Büro ist es ruhig, düster und leer. Fast jedenfalls. Am Drucker steht ein unbekanntes Wesen mit Maske. Wir kommen ins Gespräch. Aha, die Neue aus der Nachbarabteilung. Nette Stimme, wie sie wohl aussieht? Dann, ein schneller Blick nach links und rechts, niemand sonst in Sicht, sie nimmt die Maske ab. Ich auch. Wir lächeln uns an, setzen die Masken wieder auf. Sind das unsere neuen Intimitäten? Einst fragte man sich, wie das Sixpack der heimlichen Liebe oder der Busen der neusten Eroberung aussieht. Heute wärmt das Herz ein nacktes Lächeln.

Beschwingt nach diesem kleinen Abenteuer fröne ich wieder dem Bücherlesen. Buchstabe um Buchstaben, Seite um Seite verschwindet hinter meinen Lidern bis sie mir zufallen. Was bleibt, was bewegt, was zerrinnt? Wie geht es den anderen draussen in der Welt hinter ihren Masken? Lesen sie dieselben Bücher, haben sie die gleichen Gedanken? Kann ein Mann über die Liebe einer Frau schreiben? Finden wir es heraus. Anfang Mai, wenn die Gärten wieder blühen und die Sonne wärmt, treffen wir uns. Wir diskutieren, streiten, lachen über Bücher, die wir alle gelesen haben. Wer dabei ist, schickt mir bis Ende Februar einen Buchtitel. Wir wählen dann gemeinsam die zwei Bücher aus, über die wir reden wollen. Ich freue mich.

 

herzlichst        
barbara esther        

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Requiem für ein Spaghetti

Dezember 2020

Abschied. Voraussehbar, nicht traurig, etwas wehmütig. In 25 langen Jahren von der Gewohnheit zum Ritual. Gewohnheiten betten ein, stabilisieren, geben Sicherheit. Gewohnheiten vereinfachen, beschränken, verhindern. Es gilt das Momentum zu erwischen, auf der Kippe zu schubsen, sich der Leere zu stellen. Gewohnheit als treue Begleiterin, wichtiger Inhalt. Ich bin nicht undankbar, ich bedanke mich mit einem Requiem.

Es war Oktober 1995 als ich allein in meiner kleinen Zweizimmerwohnung im Berner Murifeld festsass und den Ausbruch plante. Seither setzten wir uns jeden zweiten Freitag im Monat um den grossen Stubentisch zum Spaghettiessen. Jede und jeder war eingeladen, durfte mitbringen, wer in die Runde passte. Gruppendynamik als Regulatorin. 25 Jahre, sechs Umzüge, zwei Tische und vier Stuhlgarnituren später sassen wir letztmals zusammen. Noch immer mit Stammgästen und neuen Gesichtern. Meine Freundinnen – nicht immer die Männer an ihrer Seite – überlebten all die Jahre, all die Diskussionen, als die Spaghettisaucen und Rotweinflecken. Wir wurden gemeinsam älter, Menopause statt Musenkuss, Diskushernie statt Discotratsch, Roibuschtee statt Rotweinglas. Wir sprachen über Toleranz und Solidarität und gerieten uns in die Haare. Was mit 30 nach dem Kater verziehen war, geht mit 55 gar nicht mehr, allein schon, weil der Kater fehlt.

Nun hat Corona uns eine Pause aufgezwungen, die gelegen kommt. Schicksal macht Sinn, was man allein nicht schafft, passiert dennoch. Pause, durchatmen, ausruhen, Energien wachsen und Neues entstehen lassen. Liebe Spaghetti, ich esse euch immer noch gern, aber nicht mehr am Freitag und nicht mehr am grossen Tisch. Liebe Freundinnen und andere Gäste, ich mag Euch immer noch, aber nicht mehr am Freitag und nicht mehr am grossen Tisch. Nächstes Jahr wird nicht alles anders, aber alles wird besser passen. Wir werden es für uns passend machen, mit dem Risiko, eine neue Gewohnheit zu initialisieren.

 

herzlichst        
barbara esther        

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Zeit zu tanzen

November 2020

Wenn der Herbst nicht gar so bunt ist, die Grenzen nicht allzu weit offenstehen und der Nebel die Sicht versperrt, ist es Zeit tanzen zu lernen. Vor Jahren besuchte ich das Chocolate Café im schottischen Oban. Da stand gross an die Wand geschrieben: «Warte nicht bis der Sturm vorüberzieht, lerne im Regen zu tanzen». Der Satz ist mir seither öfter begegnet, wer ihn «erfunden hat», ist nicht ganz klar. Ich sehe vor meinem geistigen Auge dann immer Gene Kelly mit dem Regenschirm und habe sein «singing and dancing in the rain» im Ohr. Meine Stimmung hebt sich, wird leichter, beginnt zu tanzen…

Mitte November hätten «Sabine and friends» (www.sabinesgarten.ch) mit Ihnen in Saanen zusammensitzen wollen, stricken, diskutieren, Kaffee und Prosecco trinken. Ich wollte Ihnen von den schönsten Schafen der Welt erzählen, Sie in die weisse dichte Wolle greifen lassen und meine Bilder, Kalender und Karten verkaufen. Abgesagt – auch das. Wie finden Sie mich nun, wie finde ich Sie? Ich habe deshalb meine Seite www.passiontextundfoto.ch aufgeschaltet, auf welcher nichts abgesagt ist. Hier finden Sie Texte und Bilder zum Chillen, können vom Sofa aus Karten bestellen und darüber brüten, wem Sie wieder einmal schreiben wollten und wem Sie was schon lange mitteilen wollten und davon träumen, dass Sie eine ganz wundervolle Antwort erhalten werden.

Ich melde mich an dieser Stelle nun öfter mit Ideen und Gedanken. Melden Sie sich auch mit Ihren Wünschen und Träumen – ich werde sie nicht erfüllen, aber Netze spinnen für neue Netzwerke und Kreativität potenzieren, das wäre schön.

Apropos tanzen: Ich tanze Tango, schon lange, eher talentfrei, aber mit Freude und neuen Freunden. Es muss nicht tanzen sein, singen möchte ich auch noch lernen, spinnen habe ich dieses Jahr gelernt.

herzlichst        
barbara esther        

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