text

Herbst bedeckt das Land
Sommerlachen verklungen
Nebel bringt Stille.

Sonne im Nebel
die Blätter fallen lautlos
verbreiten Wehmut.

 

Die Welt ist in meinen Kopf gewandert.
Sie steht nicht still.
Sie ist nur eine andere geworden.

 

Unsere Sprache hat keine Worte für diese Zeit. Shutdown, Lockdown, social distancing, homeoffice. Ein Virus überzieht den Globus von Ost nach West. Verunsicherung, Angst, Tod breiten sich aus. Risikogruppen werden verbannt, systemrelevanten Berufen wird applaudiert, die brotlosen Kreativen werden noch brotloser und noch kreativer. Ob Phönix aus der Asche steigt oder die Apokalypse droht, weiss heute keiner. Die Digitalisierung macht endlich Sinn, die Globalisierung nicht mehr. Der Weg führt nach innen, die Zeit steht nicht still.

 

Das Grün quillt aus den Bäumen, die Katze räkelt sich im warmen Sonnenstrahl. Ihr Mensch steht am Fenster, wartet auf den Briefträger und den Lieferdienst. Der Milan zieht seine Kreise über dem Vorstadtgarten, der Wind kräuselt den See. Idylle der Natur, ganz ohne Mensch. Der Briefträger brachte keinen Brief, der Lieferdienst kommt erst morgen. Vielleicht klingelt noch das Telefon oder bellt der Nachbarhund. Irgendwoher ein Laut, der den Schrei in meinem Kopf übertönt.

 

Das letzte Fenster geputzt, das kleinste Stäubchen gewischt, die Zeitung gelesen, die Katze gefüttert, den Gummibaum gegossen, die Haare gewaschen, vom Blau des Meeres geträumt. Die Zeit ist vergangen, aber nicht alle Zeit ist vergangen, nicht genug Zeit ist vergangen. Es wird dauern, niemand weiss wie lange bis ich ins Blau des Meeres eintauchen und aufatmen kann.

 

 

Neuer Horizont
am Anfang einer Reise
kein Zaudern nur Glück.

Ein Segel so weiss
wie ein leeres Blatt Papier
der Wind erst beschreibts.