Manchmal habe ich schwarze Löcher in der Nacht. Zwischen Schlaf und Traum. Wenn ich nicht aufpasse, verschlingen sie mich, ziehen die Gedanken aus mir heraus, drehen sie immer schneller in die Tiefe und die Zeit verrinnt ohne mich. Es ist dann, wenn die Nach am schwärzesten ist und ich mir vorstelle, die Erde stände still. Einfach still. Die Uhren am Handgelenk und auf dem Handy liefen weiter, nur Sonne, Mond und Sterne bewegten sich nicht mehr. Sie könnten nichts dafür, es wäre die Erde, die sich nicht mehr drehte. Wenn wir Glück hätten, wäre nach Sonnenaufgang oder -untergang im Frühling oder Herbst, die Temperatur um die 20 Grad. Es wäre hell und wir frören nicht.
Wehten die Winde noch, wenn die Korioliskraft fehlte? Hoch- und Tiefdruckgebiete verlören den Antrieb, selbst das Wasser in der Badewanne flösse richtungslos von dannen. Gäbe es noch Regen? Blieben die Gezeiten stehen? Wäre ewig Flut oder Ebbe? Da, wo es dunkel wäre, bliebe es dunkel, da wo die Sonne brennte, vertrocknete alles. Drängten sich alle Menschen dahin, wo es sich noch leben liesse? Tumulte in der Dunkelheit. Wenn es weder Tag noch Nacht gäbe, nur zum Beispiel 3.28 Uhr, was machten die Tiere, wenn jeder Impuls der Natur fehlte? Könnte KI noch? Gäbe es genügend Strom? Wäre das Gleichgewicht dahin, fiele die Erde aus der Achse, vielleicht gar vom Himmel? Gibt es ein geheimes Strategiepapier im Pentagon oder haben die Astrophysiker versichert, dass ein solches Szenario nicht möglich ist, nichts als Verschwörungstheorie, einmal mehr?
Wenn mich Stunden später, ich muss erschöpft eingeschlummert sein, die Sonne weckt und rasch über den Horizont in den Himmel steigt, weiss ich, es ist noch nicht so weit. Die Nacht sitzt mir noch in den Knochen, ich frage KI: Es wäre alles viel schlimmer. Da die Erde sich am Äquator mit 1600 km/h bewege, führte ein abrupter Stopp zu einer Trägheitswelle und zu Superstürmen, da sich die Atmosphäre weiterdrehte. So genau wollte ich es nicht wissen. Stoff für ein nächstes schwarzes Loch. Da hilft auch nicht, dass KI anfügt, physikalisch sei ein plötzlicher Stopp unwahrscheinlich, da im Weltraum kaum Reibung existiere.
Was aber, wenn die Erde nicht plötzlich stoppte, sondern immer langsamer würde, bis sie irgendeinmal stillstände? Wir würden spekulieren und rechnen, uns verrechnen und zum Alltag übergehen. Wir kennen das doch.
herzlichst
barbara esther
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